Wutanfall nachts beim Kleinkind: Ursachen und was wirklich hilft

Dein Kleinkind wacht nachts plötzlich auf, schreit, tobt oder schlägt um sich und scheint für einen Moment kaum noch erreichbar zu sein? Wutanfälle können uns Eltern ganz schön an unsere Grenzen bringen. Und wenn der Wutanfall auch nachts, ist das noch mal Level für Fortgeschrittene.

Plötzlich verdunkelt sich das eben noch fröhliche Gesicht. Alles, was gerade in die Quere kommt, fliegt durch die Gegend, es wird gestampft, geschrien und getobt: ein Wutanfall. Irgendetwas ist gerade ganz gewaltig schiefgelaufen, auch wenn ich als Erwachsene den Auslöser manchmal kaum nachvollziehen kann. Da wird sich auf den Boden geworfen, gestrampelt oder mit den Armen geschlagen. Die Wut ist riesig.

Theoretisch weiß ich, dass ich nicht viel gegen einen solchen Wutanfall tun kann. Dass die Wut Raum braucht und wir sie aushalten müssen. Theoretisch weiß ich, dass mein Kind gerade weder für Erklärungsversuche noch für Kompromissangebote zugänglich ist.

Und theoretisch weiß ich auch, dass uns vor allem eines hilft: Zeit.

Meist leider eine gefühlte Ewigkeit.

Wenn der Wutanfall nachts kommt

Besonders herausfordernd war aber der plötzliche Wutanfall in der Nacht. Level für Fortgeschrittene sozusagen.

Lawinenartig kommt die Wut angerauscht und nimmt alles in ihren Bann. Sie trifft mich völlig unvermittelt. Eben habe ich noch geschlafen, dann ist mein Kind aus irgendeinem Grund kurz aufgewacht.

Und plötzlich ist sie da, diese riesige Wut.

Anfangs dachte ich an einen Nachtschreck. Doch diese nächtlichen Ausbrüche unterschieden sich kaum von den Wutanfällen am Tag, höchstens in ihrer Intensität.

Viel tun konnte ich in diesen Momenten nicht. Ich konnte da sein, Halt anbieten und darauf achten, dass sich niemand verletzt. Aber nachts fiel mir genau das besonders schwer. Der Impuls, selbst zu schimpfen oder zu schreien, war groß: „Mann, komm her. Lass uns schlafen. Bitte!“, grummelte ich nachts vor mich hin.

Naja, ihr könnt es euch denken: Das half gar nichts. Meine eigene Anspannung machte die Situation natürlich nicht leichter. Im Gegenteil…

Also anders.

Atmen. Sortieren. Wach werden.

Wenn die eigene Impulskontrolle gleich mit müde ist

Genau das war für mich irgendwann der entscheidende Punkt.

Denn es kommt verdammt darauf an, wie es mir selbst gerade geht.

Nach einer halbwegs entspannten Nacht und einem friedlichen Tag kann ich starke Gefühle ganz anders begleiten als nach zu wenig Schlaf, fünf Streitereien und einem Tag, an dem sich mein Kopf anfühlt, als hätte er ein paar Runden im Mixer gedreht.

Und mitten in der Nacht?

Da ist meine Impulskontrolle leider auch einfach nur müde.

„Aufhören“ war dann manchmal der einzige Gedanke, der in meinem Kopf unentwegt seine Runden drehte.

Ich wusste, dass mein Kind gerade nicht anders kann. Dass da ein kleines Nervensystem von Gefühlen überrollt wird, die es noch nicht alleine einordnen und regulieren kann. Und trotzdem merkte ich gleichzeitig meine eigene Wut.

Was also tun?

Mein gedankliches Kaffeekränzchen mit der Wut

Irgendwann fing ich an, die Wut gedanklich einzuladen.

Einladen?

Ja. Hat die jetzt einen Knall?

Schon irgendwie. Aber das ist eine andere Geschichte. 😄

Mit der Zeit wird man erfinderisch und direkt schlimmer konnte es ja eigentlich nicht werden. Also saß ich da und dachte:

„Hallo Wut. Auch mal wieder da? Komm, setz dich. Mach es dir bequem. Erzähl mal, was ist los? Lass es raus. Und dann darfst du gerne wieder gehen.“

Wir veranstalteten ein gedankliches Kaffeekränzchen.

Es war so bescheuert, dass ich innerlich grinsen musste. Und allein das machte die Situation oft ein bisschen erträglicher.

Vor allem erinnerte mich dieses kleine Gedankenspiel daran, was ich theoretisch längst wusste: Ich muss die Wut nicht bekämpfen.

Sie ist da. Ich kann sie zulassen, annehmen und ihr Raum geben.

Das fühlte sich für mich viel besser an als dieser ständige innere Kampf gegen die Wut meines Kindes und meine eigene gleich mit.

Hat das immer funktioniert?

Natürlich nicht.

Vor allem dann nicht, wenn ich zu sehr im Kopf war und mir tausend Gedanken gleichzeitig durchs Gehirn jagten:

Was denken die Nachbarn?

Was mache ich denn nur falsch?

Wieso passiert das so oft und warum schaffe ich es einfach nicht, mein Kind zu beruhigen?

Übersehe ich irgendetwas? Gibt es einen anderen Grund?

All diese Gedanken sind nicht gerade förderlich, wenn man mitten in der Nacht ein aufgebrachtes Kind zu beruhigen versucht…

Wenn die eigene Sicherung durchbrennt

Es gab auch die Nächte, in denen sich der Wutanfall endlos zog und einfach kein Ende in Sicht war. In denen aus all diesen Gedanken in meinem Kopf irgendwann nur noch einer wurde:

Stopp. Aufhören. Einfach aufhören!

In denen kein Atmen, kein Einladen und auch kein erinnern daran, dass mein Kind gerade nicht anders kann, noch irgendwie half.

Nächte, in denen ich innerlich selbst so wütend wurde, dass mir alle Sicherungen durchbrannten. Und je mehr das passierte, desto schlimmer wurde das Geschrei.

Das Einzige, was dann noch half, war eine Pause. Mein Mann übernahm unter großem Protest und Gebrüll und ich ging raus, um selbst wieder runterzukommen.

Genau das ist so wichtig. Denn wenn wir selbst nicht mehr bei uns sind, können wir unserem Kind nicht mehr helfen.

Diesen Artikel habe ich vor einigen Jahren geschrieben, als sehr starke Wutanfälle auch in der Nacht regelmäßig zu unserem Familienalltag gehörten. Heute weiß ich sehr viel mehr über Nervensystem, Regulation und starke Gefühle. Die Geschichte habe ich bewusst stehen lassen, denn sie zeigt ziemlich genau, wie es sich anfühlen kann, wenn du als Mutter selbst mittendrin steckst.

Damals wusste ich nicht wirklich, was genau da nachts eigentlich passierte. Ich war verunsichert und machte mir Sorgen. Also googelte und googelte ich, fand aber kaum etwas über nächtliche Wutanfälle. Stattdessen landete ich immer wieder beim Nachtschreck. Nur passte das nicht zu dem, was wir erlebten.

Wenn es dir auch so geht und du dich fragst, ob mit deinem Kind irgendetwas nicht stimmt: Starke Wut kann auch nachts vorkommen. Gerade wenn dein Kind sehr müde, überreizt oder ohnehin schnell überfordert ist, kann manchmal eine Kleinigkeit reichen und das ganze System kippt.

 

Wutanfall nachts oder Nachtschreck?

Ein Nachtschreck kann auf den ersten Blick zunächst ziemlich ähnlich aussehen: Dein Kind schreit plötzlich, wirkt völlig außer sich und lässt sich kaum beruhigen.

Der entscheidende Unterschied ist, dass ein Kind beim Nachtschreck eigentlich noch schläft, auch wenn das ganz anders aussehen kann. Ein Nachtschreck tritt meist aus dem Tiefschlaf heraus auf, häufig in der ersten Nachthälfte. Das Kind kann schreien, um sich schlagen oder die Augen geöffnet haben und trotzdem kaum ansprechbar sein. Am nächsten Morgen erinnert es sich normalerweise nicht daran.

Bei einem nächtlichen Wutanfall ist dein Kind dagegen zumindest teilweise wach und reagiert auf dich oder seine Umgebung. Vielleicht äußert es konkrete Wünsche, sucht deine Nähe und stößt dich kurz darauf wieder weg oder zeigt sehr deutlich seinen Frust.

Auch dauert ein typischer Nachtschreck meist nur wenige Minuten, während unsere nächtlichen Wutanfälle 40 Minuten oder länger gingen.

Warum bekommt mein Kleinkind nachts Wutanfälle?

Nächtliche Wutanfälle können unterschiedliche Gründe haben.

Manche Kinder sind am Ende des Tages schlicht völlig erschöpft. Sie haben unzählige Eindrücke verarbeitet, mussten sich immer wieder anpassen und ihr Nervensystem war den ganzen Tag im Höchstleistungsmodus unterwegs

Dann kommt nachts ein kurzer Moment des Wachwerdens dazu und dann reicht eine Kleinigkeit, die das Nervensystem zu überlaufen bringt.

Vielleicht muss dein Kind zur Toilette, will es aber nicht. Vielleicht hat es Durst, ist aus einem Traum aufgewacht oder befindet sich irgendwo zwischen Schlafen und Wachsein. Es ist todmüde und noch gar nicht richtig orientiert. Und dann ist plötzlich die falsche Trinkflasche da, Mama statt Papa kommt oder irgendetwas läuft anders, als es sich das gerade vorgestellt hat.

Auch Hunger, Übermüdung, Überreizung, Frustration oder körperliches Unwohlsein können eine Rolle spielen.

Kleine Kinder lernen erst nach und nach, starke Gefühle zu regulieren und ihre Bedürfnisse sprachlich auszudrücken. Und nachts ist die Fähigkeit, auch noch mit Frust umzugehen, nicht unbedingt größer.

Gerade hochsensible oder neurodivergente Kinder können Reize und Gefühle besonders intensiv erleben. Das bedeutet natürlich nicht, dass hinter jedem heftigen Wutanfall Hochsensibilität oder Neurodivergenz steckt. Wenn dein Kind aber wie bei uns ohnehin sehr fein wahrnimmt oder schnell überreizt ist, lohnt es sich, das mit im Blick zu haben.

Was hilft bei einem Wutanfall nachts?

Ich würde dir wahnsinnig gerne einen klar struktuierten 10-Punkte-Plan geben, den du einfach der Reihe nach abarbeitest. Kann ich aber leider nicht. Denn jedes Kind ist anders und auch nicht jeder Wutanfall braucht dasselbe.

Ein paar Dinge würde ich trotzdem immer wieder versuchen:

  • Bleib in der Nähe, wenn dein Kind das zulässt.
  • Sorge dafür, dass sich niemand verletzt.
  • Biete Nähe an, ohne sie aufzudrängen.
  • Rede möglichst wenig.
  • Versuch nicht, mitten im Wutanfall zu erklären, zu diskutieren oder dein Kind von der Unsinnigkeit seines Problems zu überzeugen.
  • Gib der Wut Zeit.
  • Und behalte auch dich selbst im Blick – im akuten Moment, wie auch vorsorglich.

Der letzte Punkt ist für mich heute einer der wichtigsten.

Denn dein Kind braucht in diesen Momenten Co-Regulation. Das bedeutet nicht, dass du wie ein tiefenentspannter Buddha neben einem schreienden Kleinkind sitzen musst. Denn du hast ja auch ein Nervensystem.

Es geht darum, wie du dich selbst währenddessen begleitest und wie du sonst im Alltag für dich sorgst.

Wenn du merkst, dass du während des Wutanfalls selbst kippst, können dir folgende Dinge helfen, bei dir zu bleiben und dich selbst zu halten:

  • nimm 3 tiefe Atemzüge
  • schüttel deine Hände oder den ganzen Körper aus
  • summe
  • umarme dich selbst
  • 3-Sinne-Übung: Suche 3 Dinge, die du siehst, danach 3 Dinge die du hörst, dann 3 Dinge, die du fühlst.
  • Lass, wenn möglich, jemand anderen kurz übernehmen und geh für einen Moment aus der Situation
  • Da ist niemand, aber du hast Angst die Beherrschung zu verlieren? Dann schau, dass dein Kind sicher ist und verlasse kurz die Situation, um dich selbst zu beruhigen
  • und meine einfachste und effektivste Hilfe in solchen krassen emotionalen Herausforderungen: nutze ätherische Öle. Mehr dazu liest du unten

Warum Worte bei einem Wutanfall oft nicht mehr ankommen

Wenn ein Kind völlig von seinen Gefühlen überrollt wird, kannst du ihm noch so logisch erklären, warum die Situation gerade eigentlich gar nicht schlimm ist. Du erreichst es damit einfach nicht. Denn in diesem Moment schlägt vereinfacht gesagt das „Urhirn“ Alarm. Die Amygdala ist aktiv und das Nervensystem schaltet auf Überleben: Kampf, Flucht oder Starre. Für logisches Denken und vernünftige Argumente ist da gerade kaum Platz.

Jeder noch so vernünftige Satz, ist in solchen Momenten ungefähr so hilfreich wie eine PowerPoint-Präsentation.

Genau das ist der Grund, warum ich heute bei starken Gefühlen über das Nervensystem gehe. Und hier kommen ätherische Öle ins Spiel, die ich bei unseren nächtlichen Wutanfällen damals leider noch nicht kannte.

Ätherische Öle bei Wut und starken Gefühlen

Ätherische Öle zaubern deinem Kind die Wut nicht weg. Und das ist gut so. Denn alle Gefühle dürfen sein.

Was sie aber tun, ist Halt zu geben und zu beruhigen. Und das unglaublich schnell.

Sobald wir einen Duft einatmen, gelangen die winzigen Duftmoleküle über unseren Geruchssinn innerhalb weniger Sekunden in unser limbisches System, der Teil des Gehirns, der an der Verarbeitung von Emotionen und Erinnerungen beteiligt ist. Sie wirken praktisch dort, wo unsere Worte nicht mehr ankommen und das macht sie bei starken Gefühlen von Kindern, aber auch von uns Erwachsenen so genial.

Bei uns sind es vor allem Copaiba und Wild Orange, die bei starken Gefühlsausbrüchen absolut nicht mehr wegzudenken sind.

Mit beiden Ölen im Diffuser können wir quasi dabei zusehen, wie sich der „Schalter“ schneller umlegt und unser Kind sich leichter wieder beruhigen lässt. Natürlich ist die Wut nicht einfach weg. Aber das Kind wird zugänglicher, unsere Worte kommen wieder durch und auch uns fällt es deutlich leichter das alles zu begleiten. Dieses „Ich-dreh-gleich-völlig-durch“-Gefühl ist nicht mehr so stark und es fühlt sich oft so an, wie ein kleines bisschen in Watte gehüllt.

Gerade in sehr intensiven Phasen mit besonders starken Gefühlen laufen Wild Orange und Copaiba aber auch vorbeugend im Diffuser, damit das Nervensystem erst gar nicht ständig kurz vorm Überlaufen ist.

Welche ätherischen Öle nutze ich bei Wut?

Zu meinen Favoriten rund um starke Gefühle, Wut und Regulation gehören:

  • Copaiba: Das Nervenöl schlechthin. Es hilft uns, schneller wieder runterzukommen und kann gleichzeitig bei Schmerzen und Entzündungsprozessen unterstützen.
  • Wild Orange: Bringt Leichtigkeit rein. Es ist prima bei Ängsten und Anspannung oder einfach, wenn alles gerade schwer oder festgefahren wirkt.
  • Lavendel: Beruhigt das Nervensystem und bringt Ruhe rein. Gleichzeitig ist es eines der wichtigsten Öle rund um Schlaf und die Haut.
  • Römische Kamille: Ist stark beruhigend und ebenfalls genial für den Schlaf. Außerdem kann es bei Bauchthemen unterstützen.
  • Weihrauch: Bringt uns zurück zu uns. Er sorgt für Ruhe im Kopf, schenkt Fokus und Stabilität.
  • Adaptiv: Ein wertvolles Ankeröl bei Ängsten, Panik und großer Unruhe. Außerdem hilft es besser mit Stress und herausfordernden Situationen umzugehen.

Ätherische Öle sind für mich heute das einfachste und effektivste Tool, um uns als Familie durch starke Gefühle zu begleiten. Sie sind schnell zur Hand, unkompliziert anzuwenden und unterstützen nicht nur unsere Kinder, sondern auch uns selbst, wenn unsere Nerven gleich mit blank liegen.

Wenn du wissen willst, wie sie euch bei Wut und anderen Themen im Familienalltag unterstützen können, hol dir meinen kostenlosen SOS Familienguide, in dem ich dir alles Wesentliche erkläre:g

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Und wenn du direkt mit den wichtigsten Ölen für dein Kind starten möchtest, habe ich dir in meinem Kinder-Set genau die Öle zusammengestellt, die ich für Kinder und Familien immer wieder empfehle. Unter anderem für starke Gefüle, Schlaf, Immunsystem und die kleinen Wehwechen des Alltags.

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Kann ich nächtlichen Wutanfällen vorbeugen?

Ganz verhindern können wir starke Gefühle natürlich nicht. Trotzdem lohnt es sich, nicht nur auf den einzelnen Wutanfall zu schauen, sondern auf das, was drumherum passiert.

Wie voll ist der Tag deines Kindes? Wie viele Anforderungen, Termine und Reize gibt es? Gibt es genug Bewegung, freies Spiel und Zeiten, in denen einfach mal nichts sein muss? Wie müde ist dein Kind und wie gut schläft es?

Auch Autonomie spielt eine Rolle. Gerade kleine Kinder wollen unglaublich viel selbst bestimmen und gleichzeitig wird den ganzen Tag über ihren Kopf hinweg entschieden. Aufstehen, anziehen, losgehen, essen, Zähne putzen, ins Bett gehen. Wie viel darf dein Kind mitentscheiden? Wo kannst du Wahlmöglichkeiten schaffen und ein bisschen mehr Raum geben?

Und dann lohnt sich auch der Blick auf uns selbst. Wie gestresst bin ich gerade? Wie schnell bin ich gereizt? Wie voll ist mein eigenes Nervensystem? Kinder nehmen unsere Anspannung oft sehr fein wahr und reagieren darauf, manchmal noch bevor wir selbst merken, wie sehr wir eigentlich schon am Limit sind.

Und dann gibt es Kinder, die einfach unglaublich intensiv fühlen. Sie nehmen mehr wahr, reagieren stärker auf Reize oder haben ein sehr großes Bedürfnis nach Selbstbestimmung. Das lässt sich nicht mit einem ruhigeren Tagesablauf wegorganisieren.

Gerade nachts kommt dann noch etwas anderes dazu. Dein Kind ist müde, vielleicht noch halb im Schlaf, das Nervensystem ohnehin weniger belastbar und plötzlich meldet der Körper ein Bedürfnis: Durst, Hunger, eine volle Blase, zu warm, zu kalt. Manchmal reicht genau dieser eine Reiz für den großen Gefühlsasubruch.

Deshalb würde ich heute auch die Nacht selbst viel stärker mit einbeziehen. Ätherische Öle im Diffuser sind hier eine gute Möglichkeit, das Nervensystem schon während des Schlafens zu unterstützen. Lavendel, Wild Orange oder römische Kamille nutze ich dafür besonders gerne. Ein ruhigerer Schlaf und ein Nervensystem, das nicht ohnehin schon ständig kurz vorm Überlaufen ist, machen dabei einen riesigen Unterschied.

Verständnis macht Wut nicht kleiner, aber oft leichter zu begleiten

Wut wird nicht plötzlich einfacher, nur weil wir verstehen, was dahinter passiert. Und auch mit allem Wissen werden wir nicht jeden Wutanfall ruhig und gelassen begleiten. Aber wir können besser einordnen, was gerade passiert. Und uns immer wieder daran erinnern, dass ein völlig überfordertes Kind in diesem Moment nicht gegen uns arbeitet.

Es kann gerade einfach nicht anders.

Manchmal hilft dieser Gedanke schon, ein kleines bisschen mehr bei uns zu bleiben, die Wut auszuhalten und unser Kind da durchzubegleiten. Und wenn gar nichts mehr hilft, kannst du die Wut ja immer noch auf einen Kaffee einladen. 😉

Häufige Fragen zu nächtlichen Wutanfällen beim Kleinkind

Warum wacht mein Kleinkind nachts auf und bekommt einen Wutanfall?

Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Übermüdung, Überreizung, Hunger, körperliches Unwohlsein, starkes Autonomiebestreben, ein Traum oder ein kurzer Übergang zwischen Schlafen und Wachsein können dazu beitragen. Manchmal ist der konkrete Auslöser kaum erkennbar. Gerade dann lohnt sich der Blick darauf, wie voll das Nervensystem deines Kindes insgesamt gerade ist.

Woran erkenne ich einen Nachtschreck?

Bei einem Nachtschreck ist dein Kind nicht richtig wach und häufig kaum ansprechbar. Er geht typischerweise nur wenige Minuten, passiert im Tiefschlaf und eher in der ersten Nachthälfte. Am nächsten Morgen erinnert sich das Kind meist nicht daran. Ist dein Kind dagegen wach, reagiert auf dich und äußert konkrete Wünsche oder Frust, spricht das eher für einen nächtlichen Wutanfall.

Wie beruhige ich mein Kleinkind bei einem Wutanfall nachts?

Versuche zunächst, Sicherheit zu schaffen und selbst möglichst ruhig zu bleiben. Manche Kinder möchten Nähe, andere brauchen Abstand. Rede wenig und vermeide lange Erklärungen oder Diskussionen. Ein heftiger Wutanfall braucht häufig vor allem Zeit und starke Nerven.

Soll ich mein Kind während eines Wutanfalls festhalten?

Nicht grundsätzlich. Manche Kinder suchen Körperkontakt, andere erleben Berührung in diesem Moment als zusätzlichen Stress. Achte auf die Signale deines Kindes. Eingreifen musst du natürlich, wenn es sich selbst oder andere verletzen könnte.

Können ätherische Öle bei Wutanfällen helfen?

Ich nutze ätherische Öle als Unterstützung bei starken Gefühlen und Regulation und habe besonders mit Copaiba und Wild Orange gute Erfahrungen gemacht. Für uns sind sie ein sehr einfaches Werkzeug, um in emotional aufgeladenen Situationen schneller wieder zur Ruhe und in Verbindung zu kommen.

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20 Gedanken zu „Wutanfall nachts beim Kleinkind: Ursachen und was wirklich hilft“

  1. Pingback: familiengarten: Wutanfälle von Kindern begleiten ist anstrengend - Geborgen Wachsen

  2. Pingback: Unser Wochenende in Bildern: 28. & 29. April 2018 « familiengarten.org

  3. Oh ich kann dir sehr gut nachfühlen.
    Ich hatte ein Kind dass einfach nie aber wirklich nie schlafen wollte. Man funktioniert manchmal nur noch. Das Gute daran: Man überlebt😂
    Liebe Grüße
    Heike

    1. Danke für die Aufmunterung, Heike. Überleben ist ja schon echt gut 😉 Das klingt auch super anstrengend bei dir. Gut, dass ihr es geschafft habt! Meine Tochter war bzw. ist ganz ähnlich. Schlafen scheint für sie eher eine persönliche Beleidigung zu sein…

  4. Hallo Jufie, das geht mir zur Zeit ganz genau so mit unserer jüngsten Tochter (auch 2016). Dass es bei euch auch heute so extreme Phasen gibt, finde ich sehr interessant. Fühlte mich bisher sehr allein damit.
    Ich habe die Hoffnung, dass das Ganze etwas einfach wird, wenn sie besser sprechen kann. Denn am schlimmsten, neben dem ohrenbetäubenden Schreien mitten in der Nacht, empfinde ich, dass sie mir bisher auch danach nie sagen kann, ob und wenn was war (Angst, Schreck, Schmerz? Oder nur so?). Viel positive Energie und immer was zum Schmunzeln wünsch ich dir,
    Desiree

    1. Oh danke, Desiree! Das wünsche ich dir auch! Es tut echt gut, jemanden mit dem selbsen Problem zu finden, odeR? Ich habe auch den Eindruck, dass das nachts eine etwas besondere Stufe ist… Dass mit dem Sprechen kann naütrlich sein. Aber ich hoffe ehrlich gesagt eher, dass es sich bis dahin einfach erledigt hat 😉

  5. Hallo Jufie,

    Es ist 2 Uhr nachts und wir haben gerade eben Wutanfall unseres Kleinen hinter uns.
    Es tut mir so leid mitanzusehen, wie er einfach nicht weiß, wohin mit sich selbst 🙁
    Wälzt sich auf dem Boden und schreit und alleine ihn anzusehen, macht ihn noch wütender.

    Ich danke dir, dass du hier mit der Welt teilst, wie es dir geht und wie du mit diesen Momenten umgehst! Ich hoffe, dein Strahlemann ist eine Phase weiter 🙂

    Liebe Grüße, Andy

  6. Es ist kurz nach 5 Uhr morgens. Gerade ist mein kleiner Wüterich eingeschlafen. Meine eigene Wut nach einer Stunde habe ich gerade nur mit diesen Beitrag einfangen können. Danke für diesen guten Text!

  7. Mir ist, als ob der Text über unseren Strahlemann (gerade 2) und mich geschrieben wurde…
    Bin froh, ihn nach einer solchen beinahe all- nächtlichen Wutattacke gefunden zu haben, aber kann nicht schlafen, weil es mir dieses Mal nicht gelungen ist, nach einer gefühlten Ewigkeit ohrebbetäubenden Gebrüll und um sich treten die Wut einzuladen.
    Heute habe ich geschimpft und bin irgendwann aus dem Bett raus, um zu heulen.
    Mein Mann hat dann übernommen und der Spuk ging vorbei. Aber plötzlich ist da eine Kluft zwischen unserem Strahlemann und mir, die mir das Herz zerreißt.

    Hoffentlich gelingt es mir bald wieder besser, mein Bedürfnis nach Schlaf und Ruhe hinten anstehen zu lassen.

    Danke von Herzen für den Text.

      1. Oh, wie lieb. Ich drücke zurück und wünsche dir ganz viel Kraft und gute Nerven für diese nervenzehrende Begleitung. Es ist wirklich so unglaublich anstrengend. Versuche deinen Tank sooft wie es geht aufzufüllen. Liebe Grüße, Julia

  8. Der Text könnte von mir stammen! Leider ist unser Sohn nun bald schon fünf und hat immer noch solche Wutanfälle. Ich bin im Moment wieder schwanger (3. Kind) und es scheint, es wird wieder schlimmer als besser. Zum Glück beruhigt ihn am Ende, wenn ich ihn erst einmal in Ruhe gelassen habe, doch nur noch Kuscheln, so dass sich die Distanz zwischen uns wieder aufhebt ❤️ Aber bis dahin muss man sich echt gedanklich auf einen anderen Planeten beamen – die Angst, dass nämlich der kleine Bruder davon wach wird ist sehr stressig!! Alles Gute

  9. Es ist 3:27 und ich liege wach im Bett – der Kleine Wüterich (2) schläft nach 45 Minuten nächtlichem Wutanfall wieder. Und einer Milch. Mir laufen die Tränen runter, weil ich mich bisher so allein und hilflos damit gefühlt hab. Mit diesem extremen Level. Und ich mich so sehr bemühe liebevoll und geduldig zu sein, mir es Nachts aber oft schwerfällt. Aber Dein Text ermutigt mich, es einfach weiter zu versuchen. Und die Wut einzuladen, was für eine gute Idee! Bei uns hilft am Besten in intensiven Phasen bei ihm zu schlafen. Und genau wie bei Dir, ihm Raum zu geben bis er bereit ist, Trost zu zu lassen.

  10. Nicole Hutter

    Ganz ehrlich, viel Hilfe ist das nicht. Es ist ein schöner Verkaufstext, der sagt: hier ist die Situation, kennen viele, aber für echte Tips musst Du schon das Buch kaufen. Thanks for nothing.

    1. Hey Nicole, schade, dass dir mein Text nicht weiterhelfen konnte. Wie du gesehen hast, sehen das viele LeserInnen anders. Denn oft ist es ja schon hilfreich, zu wissen, dass man nicht allein mit einer bestimmten Situation ist. Es gibt auch nicht für alles eine wirkliche Lösung, außer Dinge anzunehmen und sich selbst so gut es geht zu beruhigen. Auch das Buch ist nicht DIE Lösung, es hilft aber dein Kind in schwierigen Situationen besser verstehen zu lernen und ist ganz einfach als hilfreicher Tipp für alle verzweifelten Kleinkindeltern gedacht.

  11. Hallo,

    sehr gut geschrieben. Ich würde mir gerne das ganze Buch bei Storytel anhören. Leider finde ich dort nicht.
    Kann mir jemand weiterhelfen. Danke und Gruß

    1. Hey, wenn du über meinen Link zur Suche gehst, kannst du einfach „Das gewünschteste Wunschkind“ eingeben, dann findest du es. Viele Grüße und gute Nerven!

  12. Hallo,
    Diese extremen Wutanfälle kamen gefühlt von heute auf morgen. Ich erkannte mein eigenes Kind nicht mehr. Ich fühlte mich mit diesem Thema alleine und machte mir große Sorgen. Ich suchte nach Informationen/Rat im Internet. Sämtliche Artikel beschrieben nicht das, was wir derzeit erleben
    Und dann bin ich auf diesen text und diese Kommentare gestoßen. Es hilft mir so sehr! Zu wissen, dass es anderen auch so geht und dass man vieles einfach durchhalten muss, erleichtert mich extrem. Ich freue mich auf das Buch und mein Kind besser verstehen zu können. Dadurch fällt es mir viel leichter extreme Situtionen durchzustehen. DANKE !!!

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