Gewalt währen der Geburt | Familiengarten

Gewalt während der Geburt – lasst sie uns endlich stoppen!

Es ist Ende November und wir müssen reden. Wieder. Zum siebten Mal. Über Gewalt an Frauen, die tagtäglich stattfindet. Gewalt, die in diesem Setting nicht vermutet wird und doch immer wieder passiert: Gewalt während der Geburt. Gewalt, die kaum jemanden interessiert.

 

Morgen, am 25. November jährt sich der Roses Revolution Day bereits zum siebten Mal. Unter dem Leitmotto „Name it- each woman is a rose“ werden an diesem Tag weltweit Rosen niedergelegt, um gemeinsam Respektlosigkeit und Gewalt während der Geburt sichtbar zu machen. Jedes Jahr werden es mehr Frauen, die sich an dieser Aktion beteiligen und jedes Jahr rückt dieses Tabuthema dadurch ein wenig mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Dennoch gab es bislang keinerlei Reaktion des Gesundheitsministeriums oder des Gesundheitsministers! Auch hat sich bisher nichts an der Situation verändert, im Gegenteil.

Noch immer erlebt jede dritte Frau eine traumatische Geburt. JEDE DRITTE!

Wie kann das sein? Wo sind Gründe dafür zu finden und wie kann das verhindert werden?

Sind wir Frauen einfach zu empfindlich? Sind wir vielleicht sogar undankbar? Denn immerhin wurden wir doch mit einem wundervollen Menschenleben für all unsere Strapazen entlohnt.

Gewalt während der Geburt | Familiengarten

Noch immer steht vor allem das gesunde Baby im Vordergrund. Natürlich ist das wichtig. Keine Frage. Aber ist das wirklich alles was die Geburtshilfe eines hochentwickelten Landes zu leisten vermag? Gesunde Babys? Sollte das nicht schlicht und ergreifend zum absoluten Mindeststandart zählen? Kann es nicht noch mehr Dinge geben, auf die sich die Geburtshilfe fokussieren kann oder schließt das automatisch das Wohl der werdenden Mütter aus?

Dass (werdende) Mütter und Väter alles dafür tun würden, damit ihr Baby gesund in ihren Armen liegt, ist eigentlich klar. Aber ist es dafür wirklich nötig, das eigene Selbstbestimmungsrecht am Empfangstresen abzugeben? Ist es notwendig, sich beschimpfen zu lassen, erniedrigt zu werden oder unnötige Eingriffe über sich ergehen zu lassen? Ist es wirklich nötig psychische und physische Langzeitfolgen von einer Geburt davon zu tragen?

Nein, das kann nicht sein! Das darf nicht sein! Und doch passiert es tagtäglich. Wir müssen das ändern!

„Es darf nicht darum gehen, das Kind nur irgendwie aus dem Bauch heraus zu holen. Ausschlaggebend ist, die Mutter in notwendige Entscheidungen rund um die Geburt mit einzubeziehen, ihre Wünsche zu respektieren und möglichst zu erfüllen. Ist das aus medizinischer Sicht nicht möglich, muss das Klinikpersonal über die Vorgänge während des Geburtsverlaufs aufklären, die Zustimmung der Gebärenden sicherstellen, Ängste nehmen und ihnen entgegenwirken. […] Denn Menschenrechte gelten auch im Kreißsaal – für Mutter und Kind.“ (Motherhood. Menschrechte gelten auch im Kreißsaal)

Dieses Thema ist verdammt noch mal wichtig! Denn „es ist nicht egal, wie wir geboren werden und es ist nicht egal, wie wir gebären.“ Unsere Geburt ist ein einschneidendes Erlebnis, das Auswirklungen auf unser gesamtes Leben haben kann.

Und auch wie wir gebären, prägt uns nachhaltig. Es führt dazu, dass sich Frauen ganz bewusst gegen weitere Kinder entscheiden oder später einen geplanten Kaiserschnitt wählen, mit dem womöglich weitere Komplikationen und Spätfolgen einhergehen. Es führt dazu, dass wir unsere negativen Geburtserlebnisse an unsere Kinder weitergeben. Dass unsere Gesellschaft Geburten mit Schmerz und Angst verknüpft und sie mit einem Mal als hochgradig gefährlich wahrgenommen werden. Und es führt dazu, dass unsere Kinder mit schweren Geburtstraumata leben müssen.

Die Geburt legt den Grundpfeiler für die Bindung von Mutter und Kind, es ist eine höchst bedeutende und zutiefst verletzliche Zeit, der wir dringend wieder mehr (Be)Achtung schenken müssen.

Darum wird es hier eine kleine Serie rund um die Geburt geben. Während ich euch letztes Jahr bereits von meiner traumatischen Geburt berichtet habe, widme ich mich heute den Ursachen und Gründen für Gewalt während der Geburt. Außerdem zeige ich auf, was sich ändern muss, um diese zu verhindern. In einem nächsten Beitrag werde ich dir zudem zeigen, was du selbst tun kannst, um dich möglichst stark für die Geburt zu machen.

Über Missstände zu sprechen und diese klar zu benennen ist ein entscheidender Punkt für Veränderung. Aber eine positive Geburtskultur braucht vor allem auch positive Geburtsberichte. Deshalb werde ich auch endlich von der Hausgeburt meines 5 Kilo Babys berichten. Auch werden Interviews zu selbstbestimmten Geburten folgen.*

Was genau ist Gewalt währen der Geburt?

Gewalt während der Geburt findet auf sehr unterschiedlichen Wegen statt. Es wird zwischen physischer (körperlicher), psychischer (mentaler) und struktureller (systembedingter) Gewalt unterschieden. Meist bedingen sich die Gewaltformen allerdings gegenseitig.

Ob und inwiefern bestimmte Eingriffe oder Umstände als Gewalt empfunden werden, ist dabei immer höchst individuell und hängt von den jeweiligen Umständen ab. Auch spielt es keine Rolle, ob sie tatsächlich bewusst passieren. Ob also ganz bewusst gewaltvoll gehandelt wird oder nicht. Denn entscheidend ob etwas als Gewalt empfunden wird, ist einzig und allein, wie es sich bei der werdenden Mutter anfühlt.

Auch kann es für die eine Mutter völlig in Ordnung sein, für die nächste aber nicht. Ganz entscheidend ist also die Kommunikation und vor allem die Haltung, wie den werdenden Müttern begegnet wird.

Ganz konkret kann Gewalt während der Geburt das Folgende sein:

Physische Gewalt

  • Festhalten
  • Festschnallen der Beine
  • keine freie Wahl der Geburtsposition (z.B. in Rückenlage auf dem Gebärbett)
  • grobe Behandlung (z.B. Katheter unnötig schmerzhaft legen)
  • medizinisch nicht indizierte Untersuchungen (z.B. wiederholt nach dem Muttermund zu tasten, wenn dies nicht gewollt/notwendig ist)
  • ohne Einverständnis und ohne medizinische Notwendigkeit einen Dammschnitt durchzuführen
  • ohne Einverständnis und ohne medizinische Notwendigkeit einen Kaiserschnitt zu machen
  • ohne Einverständnis und ohne medizinische Notwendigkeit sonstige medizinischen Interventionen (Medikamentengabe, Kristellern, Katheter legen) durchzuführen.
  • Schläge, Ohrfeigen, Kneifen
  • Zwang unter Wehen still zu liegen

Psychische Gewalt

  • Anschreien
  • Ausübung von verbaler Gewalt. Z.B. zu sagen: „Wenn sie jetzt nicht mitarbeiten, dann stirbt Ihr Baby!“ oder „Seien sie gefälligst still!“ oder „Guck dich mal an Mädchen, du bist fertig – du musst eine PDA nehmen.“
  • Beschimpfen
  • Diskriminieren (Alter/Gewicht/Herkunft/u.a.)
  • Druck ausüben oder erpressen
  • Gebärende unter Geburt allein lassen (außer, wenn sie dies ausdrücklich will)
  • keine (echte) Wahlfreiheit bei medizinischen Interventionen lassen
  • Machtmissbrauch
  • Nötigung
  • Sexualisierte Gewalt in Form von Sprache, Witzen
  • Verbot zu essen/trinken, sich zu bewegen
  • Willkür
  • Zwang

Strukturelle Gewalt

  • fehlende Raumkapazitäten oder Personalmangel: geburtshilfliche Kliniken weisen Frauen selbst unter Wehen und mit Voranmeldung ab
  • Hebammenunterversorgung
    • Schwangere bleiben ohne Betreuung zur Vorsorge, zur Geburtsbegleitung (Bezugs-/ Beleghebamme) oder zur Nachsorge
    • Mütter mit ganz jungen Säuglingen finden keine Nachsorgehebamme zur Stillberatung (vgl. *MotherBaby/ *MutterBaby: In der Einheit von Mutter und Kind sind immer beide Seiten mitbetroffen)
    • Qualität der Geburtshilfe sinkt: Gebärenden werden im Kreißsaal allein gelassen, da die Hebamme sich um bis zu fünf andere Schwangere kümmern muss, die Geburt wird dahingehenden ‚programmiert‘ (vgl. physische Gewalt) – z.B. schmerzstillende PDA gelegt, damit die Frau ‚ruhig‘ ist
  • interne Standards: Leitlinien werden z.T. außer Acht gelassen
    Kreißsaalschließungen, fehlende wohnortnahe Versorgung
  • Haftpflichtproblematik, Hebammen geben auf und stehen nicht mehr für Geburtsbegleitung zur Verfügung
  • Hierarchien im Kreißsaal, Angst vor Regressforderungen, systemisch bedingt wird Druck ausgeübt
  • Ökonomisierung, DRG-System, interventionsfreie Geburtshilfe lohnt sich nicht

Quelle: Gerechte Geburt 

Wie kommt es zu Gewalt während der Geburt? Warum erlebt jede dritte Frau eine traumatische Geburt?

Die Gründe für Gewalt sind vielschichtig. Es liegt unter anderem an wirtschaftlich ausgerichteten Strukturen, die weder Zeit noch Personal bieten, um adäquate Geburtshilfe zu leisten. Es liegt daran, dass Geburten kaum mehr ihren natürlichen Gang nehmen können. Nur rund 7 Prozent aller Geburten in Deutschland finden laut Motherhood ohne Intervention statt (vgl. Motherhood. Was bedeutet „sichere Geburt“). Viel zu früh wird routinemäßig eingegriffen und damit eine Interventionsspirale losgetreten, die nur allzu häufig in Zangen- oder Kaisergeburten enden und mindestens zwei Verlierer haben: Mutter und Kind.

Die Präsidentin des Deutschen Hebammenverbandes (DHV), Martina Klenk, fasst die Ursachen wie folgt zusammen:  

„In der Geburtshilfe hat die Interventionsrate in den normalen Verlauf erschreckende Ausmaße angenommen. Mütter und Kinder sehen sich mit einem System konfrontiert, das wirtschaftliche Ausrichtung und haftungsrechtliche Absicherung über Ihre Rechte nach Autonomie, Selbstbestimmung und körperlicher Unversehrtheit stellt. Auch das ist Gewalt, auch das führt zu unnötiger Traumatisierung. Es wird begünstigt durch Personaleinsparungen und finanzielles Aushungern empathischer Betreuung, die der Entstehung von (Re-)Traumatisierungen in Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit vorbeugt.“ (im Vorwort der Empfehlung für traumasensible Begleitung durch Hebammen, 2013)

Beim Lesen der vielen unzähligen Berichte über für mich zum Teil schier unerklärliche und kaum aushaltbare Gewalt während der Geburt, frage ich mich dennoch nach wie vor: warum? Das Problem ist tatsächlich höchst vielschichtig und lässt sich nicht ausschließlich mit Personal- und Zeitmangel erklären. Denn auch wenn dies vieles bedingt und eben auch zur Abstumpfung beiträgt, scheint es auch ein Machtphänomen zu sein. Gebärende sind im höchsten Maße verletzlich. Sie sind dem Personal völlig ausgeliefert. Hierarchien, Abstumpfung, die Gebärende als Nummer, eine Geburtshilfe, die ausschließlich aufs Baby ausgerichtet ist und oft wohl auch eigene erlebte Traumata der Geburtshelfer: All das spielt eine Rolle.

Wie lässt sich Gewalt während der Geburt aber verhindern?

Wir müssen das Schweigen brechen und dieses Thema in die Öffentlichkeit bringen. Erst wenn Gewalt klar und deutlich benannt wird, kann Sensibilisierung stattfinden. Aktionen wie der morgige Roses Revolution Day sind hierfür bestens geeignet. Wir müssen in einen Dialog mit Geburtshelfern und Politik treten und immer wieder auf die Problematik aufmerksam machen. Gewalt während der Geburt ist einfach immer noch ein Tabuthema, obwohl es so viele Frauen betrifft.

Dass Wissen, dass es Gewalt während der Geburt gibt, stellt gleichzeitig auch einen Schutz für werdende Mütter dar. Auch Hebammen und Ärzte/Ärztinnen können so aktiv Gewalt vorbeugen und bewusst Handlungsmechanismen hinterfragen, die zu Gewalt führen. Es braucht die Sichtbarkeit, um in Veränderung zu kommen und gemeinsame Lösungsansätze zu finden.

Deshalb ist es so wichtig, auch untereinander darüber aufzuklären. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es nicht leicht ist, über diese Erlebnisse zu sprechen. Erst recht nicht mit Schwangeren. Denn wir wollen sie instinktiv schützen. Meiner Meinung nach ist das aber genau der falsche Weg. Klar, sollten wir keine Panik schüren. Wir müssen nicht alles bis ins kleinste Detail erzählen. Aber wir sollten ansprechen, dass nicht alles einfach gut läuft. Dass wir eventuell gerne vorher mehr gewusst hätten und vor allem darauf hinweisen, dass Wissen schützen kann. Dass wir uns heute möglicherweise anders entscheiden würden und was wir eigentlich gebraucht hätten. Wir müssen weg von dem Glauben, solange es dem Baby gutgeht, ist alles ok. Das ist einfach nicht wahr.

Darüber hinaus braucht es ein gänzlich anderes System. Eine Geburtshilfe, die auf Wirtschaftlichkeit ausgelegt ist, die Versicherungsproblematik, Zeit- und Personalmangel – all das ist nicht zuträglich, um ein wertschätzendes auf Natürlichkeit basierendes Geburtssystem zu etablieren. Angst und Kontrollverlangen führen dazu, dass kaum jemand mehr um die Natürlichkeit von Geburten weiß. Die Pathologisierung von Schwangerschaft und Geburt nimmt das natürliche Vertrauen in den eigenen Körper und macht Geburt zu etwas Gefährlichem. Angst ist aber nie ein guter Begleiter, auch und erst recht nicht beim Thema Geburt.

Gewalt während der Geburt | Familiengarten

Personal, das überlastet ist und unter massivem Druck steht, Fehler zu machen, kann nur schwer Empathie aufbringen. Auch kann in einem hektischen und stressigen Setting nur unzureichend auf individuelle Sorgen und Nöte eingegangen werden. All das kann zudem abstumpfen.

Wir brauchen eine gänzlich andere Geburtshilfe und eine andere Geburtskultur. Hierfür können und müssen wir uns alle stark machen. Denn diese Zustände gehen uns alle an!  Eine Möglichkeit ist die Unterzeichnung der Petition „Reform der Geburtshilfe“ von 2018, auf die leider bisher nicht geantwortet wurde.  Eine weitere ist die Unterstützung des Elternvereins Motherhood, durch Spenden, Mitgliedschaft oder eigenes Engagement.

Aber ist es nicht auch oft einfach alles eilig? Muss nicht häufig zum Schutz des Babys schnell gehandelt werden?

Das ist sicherlich in einigen Situationen der Fall, aber bei weitem nicht immer. Eine kurze Erklärung, eine wertschätzende Geste – das ist sicher in den meisten Fällen theoretisch möglich. Aber natürlich wird es ungleich schwieriger, wenn sich zeitgleich um drei bis fünf Frauen gekümmert wird. Aber auch wenn es tatsächlich auf jede Sekunde ankommt, selbst wenn es unter Zeitdruck und Stress nicht so gelingt, die werdende Familie respektvoll zu begleiten, sollte wenigstens hinterher Zeit sein. Es kommt auf eine grundlegende Haltung den Menschen gegenüber an. Ist diese wohlwollend und achtsam, lässt sie sich meist auch in nicht optimalen Situationen spüren. Das ist aber sehr häufig nicht der Fall.

Hattest auch du eine unachtsame Geburt und leidest du womöglich noch immer unter dem Erlebten? Was kannst du tun, um deine traumatische Geburt zu verarbeiten?

Gewalt währen der Geburt erlebt zu haben, kann alles überschatten. Sogar die Freude über das Baby. Immer wieder und wieder kommen Erinnerungen an das Erlebte hoch, nicht selten begleitet von Schuldzuweisungen und Scham.

Über das erlebte Sprechen, es aufschreiben und vielleicht sogar im Namen des Roses Revolution Day einen Brief an Arzt und oder Hebamme schreiben, kann helfen eine traumatische Geburt zu verarbeiten. Zeit spielt ebenfalls eine große Rolle. Du kannst dir aber auch Hilfe holen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, im Gegenteil. Hier findest du eine umfangreiche Auflistung, wo du dich hinwenden kannst

Zusätzlich möchte ich noch die Möglichkeit einer Hypnose zur Traumabewältigung erwähnen. Ich habe hier sehr gute Erfahrungen gemacht.

Gewalt während der Geburt geht uns alle an

Wir als Gesellschaft haben eine Pflicht hinzusehen. Denn Geburt ist nichts rein Individuelles. Es geht hier weder um einzelne Schicksalsschläge noch um individuelle Probleme. Es geht um ein völlig marodes System, dessen Opfer Mütter und ihre Familien sind. Denn Geburt ist etwas Prägendes für Mutter und Kind. Das Wohlbefinden des Babys ist ganz entscheidend vom Befinden der Mutter abhängig. Zudem Wissen wir heute, wie schwerwiegend Geburtstraumata sein können und wie grundlegend sie sich auf unser gesamtes Leben und sogar auf das unserer nachfolgenden Generationen auswirken können.

Wir müssen das Stoppen!

Gewalt in der Geburtshilfe und der Umgang mit ihr ist symptomatisch für unsere Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die sich komplett von ihren Wurzeln gelöst hat und die alles und jedes pathologisiert und technologisiert.

Die (werdenden) Mütter werden in diesem System mit Füßen getreten. Es geht hier nicht um die Individuen. Es geht um Profit. Angst ist für dieses System der Nährboden, für uns einzelne ist sie Gift.

Aber Geburt ist nichts per se Schreckliches. Es müssen nicht zwingend qualvolle Stunden erlitten werden, um dann mit dem Wunschkind versöhnt zu werden. All diese Geschichten, all diese Glaubenssätze sind tief in unsere Gesellschaft eingebrannt. Sie entstammen verletzten und traumatisierten Seelen, die irgendwie mit ihren Erlebnissen klarkommen wollen. Aber sie sind nicht wahr.

Gesellschaften, in denen Geburten nicht per se als etwas gefärliches und Blutiges angesehen werden, haben erstaunlicherweise deutlich geringere Geburtseingriffe wie Kaiserschnitte und Zangengeburten. Geburt ist untrennbar von der mentalen Ebenen. Es spielt eine unglaubliche Rolle wie wohl sich eine Frau während der Geburt fühlt.

Hierfür Bedarf es eine andere Geburtshilfe. Wir brauchen eine Eins zu Eins Betreuung, wir brauchen das alte Hebammenwissen und wir brauchen wieder Vertrauen in uns selbst. Auch sind Orte nötig, an denen Gebärende sich wohlfühlen können und ohne Angst mit vertrauten Personen in ihre Kraft gelangen.

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*Hast du eine selbstbestimmte Geburt erlebt und möchtest gerne davon berichten? Ganz egal ob im Geburtshaus, zu Hause oder sogar im Krankenhaus. Auch Gastbeiträge zum Thema sind immer willkommen. Natürlich haben hier aber auch deine traumatischen Erlebnisse rund um die Geburt Platz. Schreib mich einfach an, ich freue mich auf dich!

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