Am 25. November jährt sich der Roses Revolution Day bereits zum siebten Mal. Unter dem Leitmotto „Name it – each woman is a rose“ werden an diesem Tag weltweit Rosen niedergelegt, um gemeinsam Respektlosigkeit und Gewalt während der Geburt sichtbar zu machen.
Jedes Jahr werden es mehr Frauen, die sich an dieser Aktion beteiligen. Und jedes Jahr rückt dieses Tabuthema ein wenig mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Dennoch gab es bislang keinerlei Reaktion des Gesundheitsministeriums.
Und verändert hat sich auch nichts – im Gegenteil.
Noch immer erlebt jede dritte Frau eine traumatische Geburt.
JEDE DRITTE.
Wie kann das sein?
Sind wir Frauen einfach zu empfindlich? Sind wir vielleicht sogar undankbar?
Denn immerhin wurden wir doch mit einem wundervollen Menschenleben „entlohnt“.
Noch immer steht vor allem das gesunde Baby im Vordergrund. Natürlich ist das wichtig, keine Frage.
Aber ist das wirklich alles, was Geburtshilfe in einem hochentwickelten Land leisten kann? Gesunde Babys?
Sollte das nicht der absolute Mindeststandard sein?
Ist es wirklich nötig, für dieses Ziel das eigene Selbstbestimmungsrecht am Empfangstresen abzugeben?
Sich beschimpfen zu lassen, erniedrigt zu werden oder unnötige Eingriffe über sich ergehen zu lassen?
Nein. Das darf nicht sein.
Und doch passiert es tagtäglich.

Was ist Gewalt während der Geburt?
Gewalt während der Geburt findet auf sehr unterschiedlichen Wegen statt. Es wird zwischen physischer, psychischer und struktureller Gewalt unterschieden. Meist bedingen sie sich gegenseitig.
Entscheidend ist dabei nicht, ob etwas „absichtlich“ passiert. Entscheidend ist, wie es sich für die Frau anfühlt.
Was für die eine in Ordnung ist, kann für die nächste übergriffig sein. Umso wichtiger sind Kommunikation, Aufklärung und eine respektvolle Haltung.
Wie zeigt sich diese Gewalt konkret?
Physische Gewalt kann sein:
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Eingriffe ohne Einwilligung
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Zwang zu bestimmten Positionen
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grobe oder schmerzhafte Behandlung
Psychische Gewalt kann sein:
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Anschreien, Beschimpfen
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Druck („Wenn Sie jetzt nicht mitarbeiten…“)
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fehlende Aufklärung
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allein gelassen werden
Strukturelle Gewalt entsteht durch:
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Personalmangel
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fehlende Betreuung
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Zeitdruck
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wirtschaftliche Zwänge
All das ist keine Ausnahme. Es passiert täglich.
Warum passiert das?
Die Gründe sind vielschichtig.
Geburtshilfe ist heute oft ein System, das auf Effizienz, Absicherung und Kontrolle ausgerichtet ist. Geburten nehmen selten noch ihren natürlichen Verlauf, da viel zu früh eingegriffen wird. Die Folge ist eine Interventionsspirale.
Dazu kommen:
-
überlastetes Personal
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Hierarchien
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Angst vor Fehlern
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und eine Geburtshilfe, die sich häufig stärker am Baby als an der Mutter orientiert
Dabei sind beide untrennbar miteinander verbunden.
Was muss sich ändern?
Wir müssen darüber sprechen.
⇒ Gewalt muss benannt werden, damit Veränderung möglich wird.
Aktionen wie der Roses Revolution Day sind wichtig.
Aber es braucht mehr:
-
Aufklärung
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Dialog
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politische Veränderungen
-
bessere Rahmenbedingungen
Und vor allem eine Haltung, die Gebärende als Mensch sieht und nicht als „Fall.
Was kannst du selbst tun?
Wissen kann schützen.
Nicht, um Angst zu machen, sondern um vorbereitet zu sein.
Zu wissen,
-
dass du Rechte hast
-
dass du Entscheidungen treffen darfst
-
dass deine Wahrnehmung zählt
kann einen Unterschied machen.
Und genauso wichtig ist es darüber zu sprechen. Auch wenn es schwer ist.
Wenn du betroffen bist
Eine traumatische Geburt kann alles überschatten und sitzt oft sehr tief im Unterbewustsein fest.
Wenn dich Erinnerungen verfolgen oder du merkst, dass dich das Erlebte noch beschäftigt. Hol dir Unterstützung.
Du musst da nicht allein durch.
Warum das uns alle angeht
Geburt ist nichts rein Individuelles.
Sie prägt oft ein Leben lang – und manchmal sogar darüber hinaus.
Wie wir geboren werden und wie wir gebären, macht einen enormen Unterschied.
Vielleicht spürst du beim Lesen, wie viel Druck und Angst in diesem Thema steckt.
Dann kann Nervensystemarbeit ein erster Schritt sein. Denn hier werden alle Erfahrungen abgespeichert.
Wenn du lernen möchtest, wie du wieder mehr Sicherheit in dir finden kannst, gerade nach intensiven Erlebnissen:
⇒ In meinem kostenlosen Guide zeige ich dir, was dir dabei helfen kann.









2 Gedanken zu „Gewalt während der Geburt – lasst sie uns endlich stoppen!“
Ich würde dir sehr gerne meinen positiven Geburtsbericht zum Veröffentlichen schicken. Meine erste Geburt war eine Alleingeburt. 🙂
Liebe Daniela, vielen Dank für deine Kommentae. Ich würde mich sehr über deinen Geburtsbericht freuen. Da ich diese Seite ganz besonders gerne sichtbar machen möchte. Schreibst du mir an [email protected]? Ich freue mich drauf. Viele Grüße, Julia