Schlechte Esser? 15 Tipps für Picky Eater

Schlechte Esser?  – 15 Tipps für Picky Eater

Hast du kleine oder große „schlechte Esser“ zu Hause und bist manchmal einfach nur am Zweifeln? Nichts wird probiert, alles angewidert zur Seite geschoben, keinerlei Gemüse gegessen und stattdessen trockene Nudeln gewählt? Hier kommen meine Überlebenstipps für „Schlechte Esser“.

Bist du auch manchmal völlig entnervt, wenn du nur an die Essensplanung denkst? Grübelst du auch hin und her, wie du Gemüse oder andere gesunde Sachen in dein Kind bekommst? Bringen dich die hilfreichen Tipps à la „du musst das Kind einfach nur miteinbeziehen“, „immer schön entspannt bleiben, dann wird das schon“ oder „gib dem Kind frühzeitig möglichst viele verschiedene Lebensmittel, dann bekommst du keine Probleme“ genauso auf die Palme wie mich? Hast du das alles schon längst versucht und bist trotzdem verzweifelt, weil ihr auch wieterhin im Team „schlechte Esser“ seid?

Herzlich willkommen im Club der unfähigen Mütter

Oder Väter oder einfach Eltern. Na, ihr wisst schon. Ich kenne das. Ich fühle das. Ich weiß, wie wahnsinnig anstrengend „schlechte Esser“ sein können und wie stark es auch verunsichert. „Was machen wir nur falsch?“ „Was können wir denn noch versuchen?“ bis hin zu „Bin ich denn wirklich so eine schlechte Mutter?“ Klar, solche Gedanken sind nicht hilfreich. Aber sie ploppen einfach immer wieder auf und machen das Ganze noch schwerer als es eh schon ist. Zusammen mit oben genannten schlauen Tipps übrigens. Aber das ist eine andere Sache…

„Schlechte Esser“ können uns Eltern wahrlich an unsere Grenzen bringen und uns ordentlich herausfordern. In diesem Beitrag teile ich unsere besten Tipps, die uns zu einem deutlich entspannteren Familienessen geholfen haben. Aber eine kleine Vorwarnung noch vorab: Hier wird es keine Wundertipps geben. Meine Kinder, insbesondere meine Tochter, sind noch immer „schlechte Esser“ oder positiver formuliert weiterhin wählerisch. Dank einiger kreativer Ideen haben wir es aber geschafft, dass sie auch Gesundes essen und der ewige „Kampf“ ums Essen nicht mehr unseren Alltag prägt. Wir haben es geschafft, den Druck rauszunehmen und haben Wege gefunden, damit umzugehen. 

Schlechte Esser? Zuerst sah es gar nicht danach aus

Aber mal von vorn. Als unsere Tochter noch ein Baby war, hat sie mit höchster Freude alles Erdenkliche erkundet und später auch gegessen. Von Brokkoli über Erbsen bis hin zu Spinat und verschiedenste Obstsorten. Sie hat es geliebt zu essen und ich dachte insgeheim öfter mal, dass „schlechte Esser“ einfach nur ein Hausgemachtes Problem sind. Denn so schwierig ist es ja nun wirklich nicht: Einfach gesunde Sachen anbieten, in handlich geschnittene Stücke verwandeln und sich daran erfreuen, wie das Kind sich und seine Umgebung in ein kunterbuntes Essensallerlei taucht. „Schlechte Esser“ als Ergebnis „falscher“ Herangehensweise. So wird es uns ja auch gerne verkauft. Naja, ich sag es mal vorsichtig: Ich wurde eines Besseren belehrt.

Schlechte Esser? Mit einem Mal dann doch

Denn mit einem Schlag wurde alles anders. Plötzlich mochte sie keinen Spinat mehr, keine Erbsen, keinen Brokkoli und schaffte nach und nach jedes einzelne Gemüse ab. Zum Glück blieb uns immerhin die Begeisterung für das meiste Obst erhalten. Alles andere war mit einem Mal Geschichte. Kein Mais, kein Reis, keine Hirse, kein Gemüse, kein Couscous. Nudeln mit Tomatensoße, Kartoffeln mit Butter, Pizza, Pommes, mal ein Stück Fleisch (wir sind erst später vegan geworden) waren lange Zeit die einzigen Sachen, die sie an Kochkost noch gegessen hat. Und das auch nicht immer. Denn oft wurden selbst die Nudeln mit Tomatensoße verschmäht oder eben die Kartoffeln.

Ich war im Dauerfrust. Alles was ich ausprobierte, wurde abgelehnt und ich war mit meinem Latein am Ende. Rohe Gurke, ab und an noch mal eine rohe Paprika, Brot und Haferflocken oder Joghurt, gingen noch. Das wars. Es durfte absolut nichts vermischt sein und oft rannte sie schon beim bloßen Anblick des Tellers weg oder sprang unter den Tisch. Mit ach und krach und ganz vielen Nerven landeten dann vielleicht ein paar Happen im Mund, nur um dann im Bett wieder Hunger zu haben.

Es war nervend und unglaublich belastend. Egal was es gab, egal wie kindgerecht das Essen war oder serviert wurde, es änderte sich einfach nicht. Als dann noch ein möglicher Nährstoffmangel im Raum stand, wurde der Druck natürlich nicht weniger. Allerdings wurde es so auch nicht besser. Im Gegenteil.

Mittlerweile haben wir einige Jahre Erfahrung und es geschafft wieder entspannter mit dem Thema umzugehen

Ein wichtiger Punkt, der mir beim Thema „schlechte Esser“ sehr geholfen hat, ist die Essensgewohnheiten noch mal ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Sind die Kinder wirklich so „schlechte Esser“ oder essen sie nur anders als wir es gewohnt sind?

Wer beispielsweise rohes Gemüse gekochtem vorzieht, ist eigentlich ziemlich clever. Immerhin hat es im Rohzustand die meisten Vitamine. Es lohnt sich auch mal ganz genau aufzuschreiben, was vermeintlich „schlechte Esser“ denn alles im einzelnen gerne essen. So wird zum einen deutlich, dass es oft gar nicht mal so einseitig ist, wie gedacht. Zum anderen hast du so eine Liste, die dir hilft, verschiedenen gesunde Essen zusammenzustellen.

Diese  Tipps haben uns beim Thema „Schlechte Esser“ geholfen und wieder zu entspannterem Essen geführt:

1. Keine vermischten Sachen

Eintöpfe, One Pot Pasta oder Auflauf mögen schnelle Familiengerichte sein. Hier funktionieren sie aber leider nicht. Die einzelnen Lebensmittel dürfen sich nicht berühren und müssen ganz klar erkenntlich sein. Unbeliebte Sachen dürfen oft auch gar nicht mit auf dem Teller sein, sonst wird alles sofort abgelehnt. Auch darf keine Soße (Tomatensoße geht mittlerweile) dabei sein.  

2. Am besten alle Zutaten einzeln in Schüsseln anrichten und unterschiedliche Komponenten anbieten

Wir haben deshalb sehr oft einfach viele verschiedenen Schüsseln auf dem Tisch stehen, aus denen sich jeder nehmen (oder geben lassen) kann, was er gerne mag: Kartoffeln oder Nudeln (manchmal auch gleichzeitig), Brokkoli, Kichererbsen, Erbsen, Soße, Salat oder Tofu. Die einzelnen Schüsseln scheinen irgendwie magisch zu funktionieren, denn so wurden auch schon Sachen ausprobiert, die vorher absolut nicht angerührt wurden. Vorzugsweise auch mal dann, wenn wir nicht hingeschaut haben…

Wir bieten dabei immer geliebte Sachen mit ein oder zwei ungeliebten an. Denn manche Sachen müssen bis zu 10 Mal angeboten werden, bis sie irgendwann doch mal probiert werden.

3. Gemüse und Nährstoffe unter beliebtes Essen mogeln

Ich püriere geschälte (!wegen der Farbe!) Zucchini und Möhren und eine Handvoll Kichererbsen in die Tomatensoße und reichere sie mit Mandelmus, Hefeflocken und der Kalziumalge (Werbung unbeauftragt) an (die beiden letzteren, wenn es abgekühlt ist). Hier habe ich mich sehr langsam vorgetastet. Denn zunächst hat meine Tochter jede kleineste Veränderung rausgeschmeckt. Probiere es also gegebenenfalls erstmal mit mini Portionen aus und steigere es dann langsam.

Auch Suppen gehen hier immer mal wieder recht gut (Was ich wirklich niemals vermutet hatte…). Allerdings müssen sie auch püriert werden und am besten funktioniert es mit Brotscheiben oder Brotcroutons zum Dippen. Ich reichere sie außerdem wie oben schon beschrieben an und packe auch hier ein bis zwei Handvoll Kichererbsen dazu.  

4. Gemüsesticks mit Dip bereithalten

Während gekochtes Gemüse hier gar nicht geht, funktioniert rohes zum Glück recht gut. Vor allem Gurke, die oft auch einfach im Ganzen gegessen wird. Aber auch Paprika und Möhren gehen mittlerweile gut. Kleine mini Tomaten oder Oliven oder auch Mais sind weitere Möglichkeiten. Wenn du dazu verschiedene Dips anbietest, kannst du hier wieder zusätzliche Nährstoffe schmuggeln.

5. Obst in unterschiedlichen Varianten anbieten

Obst funktioniert hier glücklicherweise gut. Sollte das bei euch nicht der Fall sein, kann vielleicht eine andere Zubereitungsart helfen. Mittlerweile werden hier sogar grüne(!) Smoothiebowls gegessen, obwohl grünes ansonsten wirklich gar nicht geht. Dazu demnächst in einem anderen Beitrag mehr.

Ihr könnt aber auch Eis machen, das Müsli mit Beeren oder Apfelstücken versuchen (eventuell hier wieder mit einzelnen Schüsseln zum selbst gestalten arbeiten) oder Obst zu einer Soße pürieren und sie zum Beispiel zu Pfannkuchen reichen. Auch Obstteller oder Obststicks mit eventuell einer Obstsoße zum Dippen sind bewährte Ideen. Hier haben wir uns übrigens angewöhnt auch Gurke oder Paprika mit unter das Obst zu mischen, so wird noch mal mehr Gemüse gegessen. Frische selbstgepresste Säfte, Smoothies zum Trinken oder Shakes sind auch eine Möglichkeit, in die du je nach Art auch wieder ein paar Nährstoffe verstecken kannst.

6. Industriezucker und Weizen/Gluten reduzieren

Aufgrund der Zöliakie meiner Kinder müssen wir komplett auf Gluten und auf Spuren von Gluten verzichten. Mittlerweile machen wir das aber auch aus Überzeugung und tatsächlich ist mir seitdem eine deutliche Besserung vom „Essverhalten“ aufgefallen. Eigentlich ist es auch recht logisch. Gerade Weißmehl und Zucker bringen keine Nährstoffe mit. Im Gegenteil, sie entziehen dem Körper welche. Zudem lassen sie den Blutzuckerspiegel sehr schnell ansteigen und danach wieder abfallen. Es kommt zu Heißhungerattacken, die oft dazu führen, dass noch mehr dieser leeren Kalorien zu sich genommen werden. Wer aber jede Menge dieser ungesunden Sachen isst, hat keinen Platz für die gesunden.  

Je nährstoffreicher wir essen, desto weniger Heißhunger gibt es, denn unser Körper ist gesättigt.

Da es sich hier zudem um hochverarbeitete Lebensmittel handelt, geht das intuitive Essen verloren. Also die Tatsache, dass Kinder eigentlich sehr gut spüren, was ihr Körper gerade braucht und dementsprechend auch essen. Viele verarbeitete Lebensmittel verfälschen das. Denn sie stecken voller Zucker und anderen Geschmacksverstärkern, die ganz bewusst ein Verlangen nach Mehr auslösen sollen. Versucht diese Lebensmittel daher am besten so oft es geht zu vermeiden und greift stattdessen auf gesündere Alternativen zurück. Beispielsweise Xylit statt Zucker, Buchweizenmehl oder Linsennudeln.

7. Die richtige Essenszeit erwischen

Wie beim Schlafen, gibt es bei uns auch beim Essen ein bestimmtes Zeitfenster. Schaffen wir dieses nicht, wird es schwierig. Dann kommt schon die Müdigkeit und die Kinder haben kaum noch Ruhe beim Essen. Das Ende vom Lied ist dann nur all zu oft, dass im Bett oder kurz davor plötzlich doch noch mal der Hunger kommt.

Ja, ich finde das durchaus nervend. Erst recht, wenn das mehre Tage hintereinander vorkommt. Aber meine Kinder sind noch klein. Sie lernen das alles und wir begleiten sie dabei. Wir sind diejenigen, die die Verantwortung für die richtige Essenszeit tragen und müssen damit irgendwie klarkommen, wenn wir es nicht geschafft haben, sie einzuhalten. Ist blöd, aber lässt sich in dem Moment dann meistens nicht mehr ändern. Das heißt übrigens nicht, dass ich das deswegen immer fröhlich lächelnd wegstecke. Im Gegenteil, ich mache meinen Ärger durchaus kund. Trotzdem liegt die Verantwortung darüber bei uns. Langfristig macht es natürlich Sinn, das richtige Zeitfenster zu identifizieren und ein wenig auszuprobieren.

Das bedeutet auch, dass es sinnvoller sein kann, die Hauptmahlzeit auf eine andere Tageszeit zu verlegen, wo die Müdigkeit vielleicht noch nicht so groß ist.

8. Nicht nur für die Kinder kochen

Das sorgt für unheimlichen Frust. Überlege dir welche Komponenten sie mögen und mach für euch Eltern daraus das, worauf ihr Lust habt. Denn nichts ist frustrierender als extra für die Kinder gekocht zu haben, wenn es dann wieder verschmäht wird. Dann kann man sich ja schließlich den ganzen Aufwand auch sparen, oder?

Ich nehme daher oft einzelne Komponenten vom Essen vorher ab und mache aus dem Rest ein Curry, einen Auflauf oder aber eine Pfanne für uns Großen. Beim Salat geht das ähnlich. Die Kinder bekommen geschnittene Tomaten mit Öl, für uns gibt es noch Grünzeug und Zwiebeln dazu. Auch eignen sich hierfür wieder verschiedene Schüsseln zum Selbstbedienen gut.

9. Kreativ sein

Wie bei vielen anderen Dingen geht auch das Essen mit kleinen Kindern am aller Besten, wenn Spaß dabei ist. Deshalb lassen wir uns immer wieder lustige Sachen einfallen, wie es für alle mehr Spaß macht. Das klappt freilich nicht immer. Wir sind oft auch einfach völlig genervt. Aber wenn wir ehrlich zu uns sind, hilft das kein bisschen und führt auch bei uns zu noch mehr Frust. Mit spielerischen Ideen macht es doch deutlich mehr Spaß.

Bei verschmähtem Gemüse betonen wir zum Beispiel sehr gerne theatralisch „diese Paprika hier dürft ihr aber auf gar keinen Fall essen. Wehe, wenn ihr die esst. Die ist nur für uns große Menschen.“ Und dann schauen wir ganz demonstrativ weg. Aber Achtung, das kann schon sehr manipulativ sein. Bei uns sorgt es aber für eine so gute Stimmung und lässt aufkommenden Frust und Druck im Keim ersticken, dass ich es durchaus legitim finde. Es ist aber auch allen völlig klar, dass wir gerade Quatsch machen und wir alle lachen uns kringelig dabei. Bei Sachen, die sie wirklich rein gar nicht mögen, funktioniert es im Übrigen nicht. Wir haben so auf jeden Fall schon die ein oder andere Tiefpunktstimmung erfolgreich überwunden. Für uns Großen kann das trotzdem ganz schön anstrengend werden, denn unsere beiden haben so viel Spaß daran, dass sie auch kaum mehr zu stoppen sind. Aber irgendwas ist ja bekanntlich immer.

Auch beim Ort lässt es sich kreativ werden. Denn es muss nicht immer am Essentisch gegessen werden. Ein Picknick draußen, bei Regen unterm Pavillon oder im Winter im kuscheligen Wohnzimmer bringt Abwechslung und kann eine gute Ausweismöglichkeit bei Essensfrust sein. Aber auch „Haustiere“ unter dem Tisch füttern, kann dabei helfen, die Kinder doch noch zum Essen zu bringen, wenn sie eigentlich keine Ruhe mehr dafür haben. Andere Ideen sind:

  • Restaurant spielen
  • Puppen, Autos oder andere Spielsachen auch mit Essen zu versorgen
  • Lustige Namen für das Essen ausdenken
  • Das Essen kreativ anrichten. Also beispielsweise mit Gemüse lustige Gesichter legen, eine blaue Zaubercreme servieren (mit blauem Spirulina eingefärbter (Kokos)Joghurt).

Wichtig dabei ist mir, dass das hier wirklich einladende Spiele sein sollen und es mehr darum geht, die Kinder einfach in der Situation abzuholen, in der sie gerade sind. Es soll hier nicht versucht werden auf Teufel komm raus noch mehr in die Kinder reinzubekommen, nur weil der Teller noch nicht leer ist oder so. Achtet also immer auf die Signale eurer Kinder und nehmt diese auch ernst.

10. Kein Probierzwang

Wer nicht probieren will, muss auch nicht. Das ist mir sehr wichtig. Denn Zwang hat beim Essen einfach schlicht und ergreifend nichts zu suchen. Auch wenn wir Großen das oft nicht verstehen können, gibt es Konsistenzen und Gerüche, die einfach richtig ekeln können. Natürlich kann man nicht immer schon vorher wissen, ob es einem schmeckt oder nicht. Aber ich finde es sehr viel sinnvoller und nachhaltiger Kinder zum Probieren einzuladen und vielleicht spielerisch dazu zu ermuntern, als von vornherein zu verlangen, dass sie probieren müssen. Wenn trotzdem nicht gekostet wird, sollten wir das akzeptieren. Wir können es einfach später oder an einem anderen Tag wieder versuchen.

Ich habe mich hier auch oft sehr schwergetan. Denn immerhin hat man als Mama ja schon auch eine Grundahnung was dem Kind schmecken könnte. Aus meiner Erfahrung heraus klappt es aber oft sehr viel besser je weniger Druck dahinter ist. Wenn ich beispielweise gar nicht erst zum Probieren animiere, sondern Sachen einfach bereitstehen oder wir gleich eine Art Spiel daraus machen, wird sehr viel häufiger gekostet, als wenn ich den Fokus darauf lege.

11. Extrawurst? Ja klar!

Ich weiß, viele sehen das komplett anders und auch ich habe hier einige Zeit gebraucht, um diesen Glaubenssatz zu bearbeiten. Natürlich bin ich nicht die „Dienerin“ und ich mag auch nicht den ganzen Tag in der Küche stehen. Aber Eltern wissen ja für gewöhnlich schon vorher, was den Kindern schmeckt oder eben nicht. Klar gibt es auch die Phasen, in denen ohnehin immer etwas anderes verlangt wird, als gerade da ist. Gerne auch im zehn minütigen Wechsel. Da kann man einfach nur versuchen, einigermaßen unbeschadet durchzukommen.

Ich mag keine drei verschiedene Gerichte hintereinander kochen, um am Ende ein Brot zu schmieren. Aber ich versuche meine Kinder zu sehen und sie wertzuschätzen. Dazu gehört für mich auch, dass ich ihre Vorlieben und Abneigungen respektiere, aber dennoch versuche daraus irgendwie nahrhaftes Essen herzustellen. Und doch ist es mit ein wenig (Vor-)Planung oft gar nicht so schwer, trotzdem mehrere unterschiedliche Sachen anbieten zu können. So koche ich oft schon Nudeln für den nächsten Tag vor oder habe vom Vortag noch Kartoffeln übrig. Das ist mir ganz einfach viel lieber als Brot, da das oft mit nicht allzu gesunden Sachen gegessen wird. Abgesehen davon besteht es in den allermeisten Fällen aus Weizen, Zucker und Hefe und ist damit alles andere als gesund.

12. Von gesunden und ungesunden Lebensmitteln

Apropos. Ich finde diese Aufteilung schwierig. Meine Kinder sind jetzt 6 und fast 4 Jahre und wir fangen jetzt an, darüber zu sprechen, welche Lebensmittel für unseren Körper besonders gut sind. Das mache ich aber eher beiläufig oder wenn wir uns über den Körper unterhalten. Ansonsten versuche ich Essen nicht gegeneinander auszuspielen. Es sei denn, ich habe eine gute Alternative parat, die auch problemlos akzeptiert wird. So sage ich bei Zucker schon sehr deutlich, dass er nicht gesund ist. Aber Birkenzucker alles kann, was Zucker kann und zusätzlich unseren Zähnen hilft. Allerdings haben wir das auch erst vorkurzem angefangen. Ich denke vorher ist das für die meisten Kinder einfach zu komplex.

Auch versuche ich nicht zu betonen, dass etwas gesund ist, um es irgendwie in die Kinder reinzubekommen. Denn so entsteht meiner Meinung nach Druck, der beim Thema Essen einfach nichts zu suchen hat. Betonen wir jedes Mal wieder, wie gesund doch das Obst ist und wie ungesund die Süßigkeiten, ist die Gefahr groß, die Abneigung zu verstärken als sie abzubauen.

13. Nicht mit Nachtisch erpressen

Kinder mit Essen zu erpressen geht für mich gar nicht. Auch wenn ich die dahinter liegende Angst durchaus verstehen kann. Aber „schlechte Esser“ werden nicht plötzlich „gute Esser“, wenn man sie mit Nachtisch lockt. Im Gegenteil. Denn eigentlich bedeutet das: „Ok, das Essen hier ist nicht so cool. Du musst aber ein bisschen was davon essen, um was von dem richtig guten (meist ja aber ungesunden) Zeug zu bekommen.“ Wir wollen doch aber, dass unsere Kinder sich möglichst gesund ernähren, oder nicht? Dann ist diese Botschaft schlicht nicht zielführend.

Tatsächlich finde ich die gesamte Idee von Nachtisch irgendwie merkwürdig. Viele Kinder bevorzugen Süßes. Wenn wir nun daran gewöhnt werden, dass es nach dem Essen was Süßes gibt, ist doch eigentlich klar, dass zum eigentlichen Essen kein Bezug aufgebaut werden kann. Und auch der damit verbundene Belohnungsgedanke macht mir dabei Bauchschmerzen.

Wenn es bei euch aber Nachtisch gibt, stellt sich die Frage, ob der nicht genauso gut auch vor oder während dem Essen gegessen werden kann? Gestaltet ihn so gesund wie möglich. Dann ist die Reihenfolge nämlich auch völlig egal.

14. Das Angebot bestimmt die Nachfrage – das leidige Thema Süßigkeiten

Dass Zucker auch indirekt „schlechte Esser“ hervorrufen kann, habe ich ja schon erwähnt. Wer viel Süßes isst, kann einfach weniger anderes essen. Wenn ihr nicht wollt, dass eure Kinder (zu viel) Süßes essen, dann habt doch auch einfach keine da und bietet stattdessen Alternativen an. Ich finde es reichlich merkwürdig ein Haufen ungesundes Zeug zu kaufen und vorrätig zu haben, nur um dann immer wieder und wieder zu betonen, wie ungesund es ist und es dann zu limitieren. Wie sollen das Kinder denn verstehen?

Kauft einfach weniger davon oder noch viel besser kauft Sachen, die ihr nicht als ungesund einstufen müsst. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Süßigkeiten mit Zuckeralternativen, wie Birkenzucker, Kokosblütenzucker oder auf Dattelbasis (ein Extrabeitrag folgt). Aber Vorsicht auch diese sollten in Maßen gegessen werden. Oder macht gesunde Süßigkeiten, Snacks oder Nachtisch einfach selbst.

15. Annehmen und mit dem Problem arbeiten statt dagegen

Ich weiß, wie unglaublich schwer das fällt. Aber je mehr Anspannung dazu kommt, desto mehr Stress ist auch im Raum und dann wird das ganze gar nichts mehr.

Schaut euch an, was bei euch zu Stress führt und versucht zu überlegen, wie ihr die Situationen verändern könnt. Indem wir den Fokus auf die Lösungen setzen und nciht auf das Problem, wird es schon gleich erträglicher und es finden sich oft kreative und manchmal auch völlig simple Lösungsideen. 

Was beiuns  zum Beispiel immer wieder zu unglaublichem Stress geführt hat, war das Essen unterwegs oder bei Freunden. Hier war einfach viel zu viel Ablenkung und zu viel Input. Gerade unser Wirbelmädchen hatte einfach keinerlei Zeit fürs Essen. Auch wenn wir sonst wie oft betonten, dass wir gerade Abendessen, es brachte nichts. Saßen wir dann im Auto oder kamen zu Hause an, ging dann der Hunger los. Was haben wir uns darüber geärgert. Immer und immer wieder das gleiche. Man. Das hat mich wahnsinnig gemacht.

Wenn ich aber ehrlich bin, habe ich mich vor allem über mich beziehungsweise über uns selbst geärgert, denn ich habe es jedes einzelne Mal wieder vergessen. Jedes Mal gab es dasselbe Theater. Unsere jetzige Lösung ist so einfach wie effektiv. Wir nehmen einfach einige Kleinigkeiten mit und geben sie ihr im Auto. Und siehe da, das Problem ist behoben. Wir versuchen mit der Situation zu arbeiten und nicht gegen sie. Denn das bringt allen Beteiligten nur eins: Frust. Und das ist einfach nur unglaublich nervig. Für uns alle.

 

 „Schlechte Esser“ müssen also nicht zwingend schlechte Esser bleiben. Mit viel Geduld, Kreativität und einigen kleinen Tricks lässt sich auch diese Phase mit Kindern einigermaßen nervenschonend begleiten.

Ich hoffe, ihr habt den ein oder anderen hilfreichen Tipp mitnehmen können. und wünsche euch einigermaßen entspannte Familienessen!

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