Selbstvertrauen stärken | Familiengarten

Eltern ermächtigt euch! 5 Ideen für mehr Selbstvertrauen

Eltern sein kann ganz schön anstrengen und stellt eine riesige Verantwortung dar. Wir wollen alles richtig machen, kommen oft massiv an unsere Grenzen und erfahren dabei häufig weder Verständnis noch Anerkennung von Außen. Es gibt zig verschiedene Wege Kinder zu begleiten und alle – vor allem Kinderlose – haben ihre Meinung dazu. Und geben sie leider auch kund. Das elterliche Selbstvertauen kann dadurch ganz schön ins wanken geraten.

Denn in diesem Wirrwarr ist es nicht leicht, bei sich selbst zu bleiben. Das Eigene vermischt sich nur zu gern mit dem Außen. Die unterschiedlichsten Glaubenssätze treffen auf die eigene Prägung und es entsteht ein ziemlich undurchsichtiger Wust an Erwartungen, der jede Menge Druck machen kann.

In diesem Beitrag zeige ich euch, was helfen kann, sich von fremden Erwartungen zu lösen und wieder ins eigene Selbstvertrauen zu kommen. Uns wieder auf uns und unsere Familie zu besinnen, ist schließlich genau das, was zählt. Es ist unser Leben und am Ende müssen wir selbst damit zufrieden sein. Wir selbst tragen die Verantwortung dafür, niemand anderes sonst.

Was können wir also tun, um in unser Selbstvertrauen als Eltern zu kommen und wie schaffen wir es, Ängste abzubauen oder nicht zu sehr an uns heranzulassen?  

Selbstvertrauen stärken | Familiengarten

Eltern unter Druck

Ich lese und spüre so viel Druck, so viel Schmerz und so viel Unsicherheit bei so vielen Eltern. Das Außen ist ständig kopfschüttelnd präsent und statt Eltern zu stärken, wie es doch eigentlich sein sollte, werden sie durch Druck und Angst geschwächt. Dazu kommt ein enormer Pathologisierungs- und Förderwahn, von dem es sich oft nur schwer abgrenzen lässt. Alles und jedes gilt als unnormal und gehört unterbunden oder untersucht.

Die Zeitungen sind voll von Mütter- bzw. Elternbashing und auf der Straße gibt es ungefragte Ratschläge und „freundliche“ Hinweise gratis dazu. Und natürlich hat auch die liebe Verwandtschaft so manchen Tipp oder irgendeine besorgniserregende Beobachtung parat. Mütter und Eltern werden leider nur zu oft diskriminiert und schlicht nicht für voll genommen. Dieses kinder- und familienfeindliche Umfeld ist keine wohlwollende Umgebung, in der man sich locker fluffig auf sich selbst besinnen und sich entspannt entfalten kann.

Selbstvertrauen durch Wissen        

Was uns dagegen helfen kann, ist Wissen. Denn je mehr wir über die Entwicklung von Kindern wissen, desto mehr Selbstvertrauen können wir als Eltern zurück erlangen.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie sind kompetent, aber sie funktionieren anders als wir. Sie lernen noch. Viele können noch nicht durchschlafen, haben starke Wutanfälle, sie kratzen, beißen, hauen oder schreien: all das ist völlig normal. Kinder brauchen dafür keine Bestrafungen, denn sie wollen uns damit nicht tyrannisieren. Sie brauchen ihnen liebevoll zugewandte Menschen, die sie in ihren Gefühlen begleiten und ihnen vorleben, wie man mit ihnen umgehen kann. Die ihnen zeigen, dass sie richtig sind und ihnen Lösungswege an die Hand geben:

„Kleine Kinder brauchen keine Erziehung, sondern empathische Anleitung. Man kann sich durchaus vorstellen, die Kinder kämen von einem anderen Planeten. Deshalb kennen sie diese Welt noch nicht, sondern brauchen freundliche Anleitung.“ (Jesper Juul, Familylab)

Dass ein frisch eingeschultes Kind sich schwer konzentrieren kann und Probleme mit dem Stillsitzen hat, mag anstrengend und unpassend für die Schule sein, entwicklungsbedingt ist es aber völlig normal. Die Schule stellt eine unnatürliche Umgebung dar, dieses Wissen sich immer und immer wieder hochzuhalten und auch dafür einzustehen, halte ich für immens wichtig.

Sich möglichst viel Wissen anzueignen, trägt also ganz entscheidend dazu bei, als Eltern wieder mehr Selbstvertrauen zu erlangen. Denn Eltern, die wissen, dass wütende zweijährige völlig normal sind, dass sich Empathie erst ungefähr ab dem 5. Lebensjahr langsam zu entwickeln beginnt und denen bewusst ist, dass durchschlafende Babys nicht der Regelfall, sondern eher eine Ausnahme sind, können deutlich entspannter auf Druck und Angst von Außen reagieren. Eltern, die all das Wissen, sind nicht mehr so schnell zu verunsichern und bleiben dadurch leichter bei sich selbst.

Also lest und sucht euch die Informationen, die ihr braucht. Oft werden Ratgeber und Erziehungshilfen belächelt, aber es ist keine Schande sich Informationen zu holen. Im Gegenteil. Hier liegt auch ein ganz klarer Vorteil gegenüber vorherigen Generationen: Wir verfügen über unglaublich viel Wissen und eben die Möglichkeit, dieses auch jederzeit abzurufen. Klar, das kann auch überfordern, aber wir erhalten dadurch ein unglaubliches Geschenk. Wir müssen Muster nicht wiederholen, wir können uns neu ausrichten und einen friedvolleren Weg für unsere Kinder (und uns selbst) ebnen.

Dinge zu hinterfragen, nachzuforschen wo Ursachen liegen und wie mögliche Lösungen aussehen können, zählt für mich zu den wesentlichen Fähigkeiten der Menschen und wir sollten sie nutzen. Sie helfen uns und unseren Kindern, wieder ins Selbstvertrauen zu finden.

Empfehlenswerte Bücher:

Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn: Der entspannte Weg durch Trotzphasen*

Kinder verstehen. Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt*

Babyjahre: Entwicklung und Erziehung in den ersten vier Jahren*

Ich! Will! Aber! Nicht!: Die Trotzphase verstehen und gelassen meistern*

Schlaf gut, Baby!: Der sanfte Weg zu ruhigen Nächten*

Mein Kind will nicht essen: Ein Löffelchen für Mama*

Zukunftsängste

Auf uns Eltern lastet also ein enormer Druck. Dazu kommen jede Menge große und kleine Sorgen und Ängste. Vor allem was die Zukunft unserer Kinder anbelangt. Können sie in einer solch leistungsorientierten Gesellschaft bestehen? Sind sie durchsetzungsfähig und leistungsstark genug für die Zukunft? Werden sie später ohne uns zurechtkommen? Fördern wir sie genug? Aber auch so Dinge wie „Wird es für immer eine Windel tragen?“, „Werden wir jetzt nie mehr gemeinsam in Ruhe Abendessen?“ oder aber „Wird es niemals zur Schule gehen, weil es nicht im Kindergarten war?“

All diese Fragen und Ängste sind völlig verständlich und doch haben sie einen entscheidenden Fehler. Sie alle drehen sich um die Zukunft. Eine Zeit, die niemand von uns vorhersehen kann. Es mögen eherne Ziele sein, aber wir sollten aufpassen, dass wir für diese nicht das Jetzt opfern. Denn diese Ängste und Sorgen können uns blockieren. Wenn wir immer nur im Morgen leben, handeln wir auch so. Schnell wird unser Handeln gut, weil es einem sinnvollen Zweck im Morgen dient. Entscheidend für unsere Kinder ist aber, wie es sich genau jetzt anfühlt. Gut gemeint, bringt nicht automatisch auch Gutes hervor.

Sich die eigenen Ängste bewusst machen

Was genau ist eure Angst? Was wünscht ihr euch für eure Kinder und ist das wohl auch dasselbe, was sie sich wünschen? Bleibt im Hier und Jetzt. Überwindet Glaubenssätze und Ängste. Wir wissen nicht, wie es in 10 oder 20 Jahren ist. Wir haben keinen blassen Schimmer. Wir leben jetzt und es gibt keinerlei Grund unsere Kinder jetzt durch irgendetwas durchzuschicken, damit sie es später können.

Wenn wir wüssten, dass uns nächstes Jahr eine schlimme Hungersnot ereilen würde, würden wir unsere Kinder doch auch nicht schon mal vorsorglich hungern lassen. Im Gegenteil, wir würden wohl versuchen sie so gut zu nähren wie nur irgend möglich. Genauso verhält es sich mit Liebe, Zuneigung und Unterstützung. Lasst uns jetzt ihren Tank so voll machen wie es nur geht. Dann können sie auch in emotional schweren Zeiten davon zehren.  

Kinder entwickeln sich, sie brauchen dafür Zeit, Liebe und eine sichere Umgebung mit möglichst wenig Druck und jeder Menge Vertrauen. Sie selbst wissen am besten, was für sie wichtig ist. Jetzt. Und genau darum geht es. Das Leben ist jetzt. Lasst uns aufhören es wegen einer möglichen Zukunft zu verplempern, die wir weder kennen noch (in diesem Gemütszustand) ändern können. Lasst uns jetzt ganz aktiv darauf wirken, was uns wichtig ist. Dann ändern wir nämlich auch im Morgen etwas.

Das ist nicht einfach, das ist mir klar. Es erfordert jede Menge Mut, diesen Weg zu gehen.  

Selbstvertrauen stärken | Familiengarten

Das Leben ist doch aber kein Ponyhof

Wir können unsere Kinder doch nicht stehts und ständig in Watte packen? Uns hat es doch schließlich auch nicht geschadet und sie müssen doch schließlich später in der Gesellschaft bestehen.

Wer genau ist eigentlich diese Gesellschaft, von der immer alle so angsteinflößend sprechen? Was ist das für ein gefährliches und widerwertiges Ding? Dieses Monstrum, dass unsere Kinder spätestens in der Zukunft niederzumachen droht? Was ist dieses echte Leben, vor dem immer alle Angst haben und an das wir unsere Kinder am besten gleich vom ersten Atemzug gewöhnen sollten?  

DIE Gesellschaft ist kein starres Produkt. Sie ist weder in Stein gemeißelt noch irgendetwas bedrohliches. Wir alle sind Teil der Gesellschaft und somit können wir auf sie wirken. Unsere Kinder sind ja hier. Sie leben bereits, sie sind Teil der Gesellschaft. Wenn also irgendetwas nicht für sie passt, dann sollten wir es schlicht und ergreifend passend machen und etwas ändern. An uns allen, an unseren Erwartungen, an unserer Welt.

Sich das bewusst zu machen, kann jede Menge Ängste nehmen. Sich wieder der eigenen Macht bewusst zu werden, kann uns wieder klarer machen.

Was genau wollen wir eigentlich und ist das wohl dasselbe, was das Außen will?

gestärktes Selbstvertrauen durch Selbstreflektion

Wo stehe ich, wo will ich hin. Was ist mir wichtig für meine Kinder und welche Werte möchte ich ihnen vorleben? Das sind für mich essenzielle Fragen, die meinen Leitstern bilden. Ich reflektiere mich, ich überprüfe und ich richte meinen Fokus darauf. So wird mein Ziel klar. Ich will keine gehorsamen Soldaten aus meinen Kindern machen. Ich möchte keine Ja-Sager und keine Mitläufer großziehen. Ich wünsche mir für meine Kinder, dass sie sie selbst sein können. Das sie tief in sich selbst das Gefühl der Richtigkeit spüren können. Ich möchte ihnen ihre natürliche und reine Freude am Lernen erhalten und sie ihren Weg finden lassen. Unabhängig von äußeren Erwartungshaltungen und vorgegebenen „Weil man das so macht“ Gründen. Ich wünsche mir, dass sie sich ihr klares Gespür erhalten, was sie gerade brauchen.  

Sobald Ziele klar sind, wird das eigene Selbstvertrauen gestärkt und die eigenen Prioritäten rücken in den Mittelpunkt. Das Außen verfolgt häufig andere Ziele, deshalb gelingt es mir immer mehr es auszublenden.

Wertvolle Unterstützung und jede Menge Input für den Weg ins unerzogene Leben (das betrifft nicht nur die Kinderebene, sondern sehr wohl auch unser eigenes Leben) gibt es bei Ruth von der Kompass.  

 Gemeinschaft als Unterstützung

Alleine kann dieser Weg ziemlich steinig sein. Alleine trauen wir uns oft nicht, laut zu werden und aufzustehen. Gemeinschaft kann hier helfen. Sucht euch Menschen, die ähnliche Werte leben und teilen. Sucht euch Menschen, die euch unterstützen. Die euch annehmen wie ihr seid und mit denen ihr euch austauschen könnt. Hier habe ich schon mal darüber geschrieben, wie es im kindergartenfreien Kontext möglich ist, Gleichgesinnte zu finden. Das lässt sich aber auch auf andere Gemeinsamkeiten übertragen. Zu Wissen, dass man mit seinen Ansichten nicht allein ist, kann ungemein stärken. Gemeinschaft ist also Goldwert, sum das elterliche Selbstvertrauen zu stärken. Selbst wenn es erstmal nur Online ist. Daher schaut euch offline wie online um. Geht in Facebookgruppen, in online Gemeinschaften wie der Kompass oder Bindungsorientiert oder lest Blogs.

gestärktes Selbstvertrauen durch Selbstheilung

Wir tragen eine Menge Wunden in uns. Durch unsere eigene Kindheit, aber auch die eigene Schullaufbahn, oft gar von unseren vorherigen Generationen. Glaubensätze haben sich manifestiert, Ängste sitzen tief. Unbewusst geben wir sie an unsere Kinder weiter. Sich dem Bewusst zu machen und genauer hinzuschauen, kann helfen, Traumata, Blockaden und Schmerzen zu überwinden. Wir können uns selbst lösen und wieder zu uns selbst zurückfinden. Das stärkt nicht nur das Selbstvertrauen, sondern kann ganz entscheidend zu inneren wie äußeren Änderungen beitragen.

Hypnose kann hier sehr hilfreich sein, aber beispielsweise auch Innere Kindarbeit. Auch The Work von Byron Katie kann helfen, Probleme aufzulösen, Glaubenssätze zu entlarven und wieder in die Eigenverantwortung zu kommen.

Empfehlenswerte Bücher:

Das Kind in dir muss Heimat finden: Der Schlüssel zur Lösung (fast) aller Probleme*

Lieben was ist. Wie vier Fragen Ihr Leben verändern können* (The Work)

Selbstvertrauen stärken | Familiengarten

 

Das Leben als Eltern ist voller Herausforderungen. Erst recht, wenn wir für unsere Kinder und uns selbst andere Wege gehen wollen. Einschränkende Glaubenssätze zu enttarnen, zwischen Ängsten im Innen und im Außen zu unterscheiden, Blockaden zu lösen und sich selbst der eigenen Ziele bewusst zu sein, kann ganz schön harte Arbeit sein. Aber es lohnt sich. Denn wir erhalten mehr Klarheit, was uns wirklich wichtig ist und können mit gestärktem Selbvertrauen für unsere Kinder und uns einstehen. Wir können das Ruder wieder selbst in die Hand nehmen und Verantwortung für unser Leben übernehmen. Es an unseren Werten und Zielen ausrichten und unsere Kinder in ihrem ganz eigenen Weg bestärken.

Selbstvertrauen stärken | Familiengarten

Habt ihr noch mehr Ideen, wie Eltern in die Selbstermächtigung kommen können und sich mit gestärktem Selbstvertrauen gegen äußere Erwartungshaltungen abgrenzen können? Dann schreibt sie mir doch in den Kommentaren.

 

 

Die mit (*) markierten Links sind Werbelinks. Ich erhalte eine kleine Provision, wenn ihr über sie kauft. Der Preis für euch verändert sich nicht. Bevorzugt bitte dennoch eure Buchhändler vor Ort, auch hier lassen sich die Bücher bestellen. 

  • Share post

3 comments

  • Marco sagt:

    Richtig schöne Tipp sund Ideen 🙂 Das Buch was du vorschlägst (Lieben was ist. Wie vier Fragen Ihr Leben verändern können) kann ich nur empfehlen. Mein schönster Satz in deinen Worten: “ Wenn also irgendetwas nicht für sie passt, dann sollten wir es schlicht und ergreifend passend machen und etwas ändern“ das stimmt mich nachdenklich.
    LG
    Marco

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden. Mehr Informationen wie mit deinen Daten verfahren wird, findest du in meiner Datenschutzerklärung. Hier kannst du auch die Nutzung der Cookies einstellen.

Schließen